Kleine Chronik

Kleine Chronik „Fisch und Umwelt M-V e.V.“

 

1991

Gründungstag: Am 16.August 1991 unterschrieben 62 Angehörige des Institutes für Hochseefischerei (IfH) die Gründungssatzung.

Erster ehrenamtlicher Vorstand

  • Dr. Lutz Danke,
  • Dr. Ing. W. Heinrich Hahlbeck,
  • Frau Dipl.-Fischwirtin Margareta Holzlöhner,
  • Dr. Ing. habil Mathias Paschen,
  • Ing. Gerhard Wendt

Leiter der Geschäftsstelle: Diplomingenieur Klaus-Dieter Naujoks (1992-1997)

 

1992-1993

ABM-Förderung

  • Begonnen wurde mit 7 fischereibiologisch und ökologisch orientierten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) und 3 Verwaltungs-ABM, mit insgesamt 37 Angestellten. Die Finanzierung erfolgte  ausschließlich mit Mitteln des damaligen Arbeitsamtes Rostock.

 

7 Fischereibiologisch-ökologische Projekte:

  • Bestandsaufstockung des Ostseeschnäpels (Coregonus lavaretus balticus, Thienemann, 1921)
  • Wiedereinbürgerung der Meerforelle (Salmo trutta trutta L)
  • Wiedereinbürgerung des Baltischen Störs (Acipenser oxyrinchus)
  • Krankheitsbekämpfung während der Aufzucht von Stören, Meerforellen und Ostseeschnäpeln in Born bis Ende 1992
  •  „Unterwasserbeobachtung“ als Mittel für die videooptische Gewässeranalyse (Unterwasserfernsehen)
  • Gewässerkartierung des Stassower Sees
  • Ökologische und morphometrische Aufnahme des Bachsystems Wittenbecker Bach/Kattenbäk

 

3  Verwaltungsprojekte:

  •  Sicherung und Archivierung des Schriftgutes des IfH
  •  Sicherung von Rentenunterlagen
  •  Aufarbeitung von Archiven der Fischerei- Produktionsgenossenschaften (FPG) bis Ende 1992

 

1994 bis 1996 

Die 2. Phase umfasste wiederum 4 ABM, mit einer 100 %igen Finanzierung durch Mittel des Arbeitsamtes. Diese Projekte endeten 2006.

Weitere 5 Projekte waren dem Bereich der sog. LKZ-Maßnahmen, Bestandserhaltung und/oder Wiedereinbürgerung bedrohter Fischarten (Stör, Maränen, Meerforellen und anderer Arten im Sinne der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) der Naturschutz-Gesetzgebung zugeordnet. Drei Projekte begannen 1994 und endeten Anfang 1998. Ein Projekt wurde von 1995 bis 1999 bearbeitet. Das letzte Projekt im Rahmen der LKZ-Förderung wurde im Jahre 1997 begonnen und endete im Mai 2001. Die Maßnahmen wurden auf der Basis des § 249h – Arbeitsförderungsgesetz - durch Lohnkostenzuschüsse (LKZ) des Arbeitsamtes bei gleichzeitiger Bereitstellung von Eigenmitteln und Zuschüssen Dritter finanziert. Die Zuschüsse Dritter wurden durch das Ministerium für Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern und seine nachfolgenden Einrichtungen bereitgestellt (z. B. aus der Fischereiabgabe).

Die Personalkostenzuschüsse des Arbeitsamtes beliefen sich in dieser Phase nur noch auf 60 %, bei 100 %iger Arbeitszeit (40 h / Woche) und 80 %igen Tariflöhnen.

Im Mai 2000 wurde eine vierjährige Maßnahme im Rahmen der gemeinwohlorientierten Arbeitsförderprojekte (GAP), finanziert aus Mitteln des Arbeitsamtes Rostock und des Wirtschaftsministeriums Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen des Förderprogramms „Arbeit und Qualifizierung für Mecklenburg-Vorpommern“ (4 Mitarbeiter), begonnen.

Weiterführung von Projekten auf der Basis des § 249h Arbeitsförderungsgesetz, Lohnkostenzuschüsse (LKZ) für Projekte des Umweltschutzes bei gleichzeitiger Bereitstellung von Eigenmitteln oder Zuschüssen Dritter.

Projekte:

  • Fischereiliche Generalbonitierung der Binnenseen des Landes. Drittmittelbereitstellung durch  die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA) (1994-1997)
  • Erhalt vom Aussterben bedrohter Fischarten (1994-1997)
  • Ostseeschnäpel: Auf dem Fischereihof Damerow wurde Anfang 1993 die erste Netzkäfiganlage zur Aufzucht von Ostseeschnäpellarven in Mecklenburg-Vorpommern errichtet, finanziert aus Sachmitteln des Arbeitsamtes Rostock und materieller Hilfe der Müritz-Plau Fischerei GmbH
  • Meerforelle: Der Besatz des Hellbachs bei Neubukow stellte einen wesentlichen Beitrag zur Wiederansiedlung bzw. Bestandsaufstockung der Art in Mecklenburg-Vorpommern dar.
  • Baltischer Stör: Weiterführung der Reproduktionsexperimente in der Landesversuchsanstalt Born

 

Nur 1994

  • 3 neue ABM
  • Untersuchungen des ökologischen Zustandes von Kleinstfließgewässern im Einzugsgebiet der Warnow, Drittmittel des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur (STAUN) Rostock
  • Untersuchung der Wasserqualität von Rostocker Stadtgräben, Drittmittel des Rostocker Amtes für Umwelt
  • Untersuchungen der Langzeitauswirkungen früherer intensiver Fischzuchten auf das Ökosystem des Tressower Sees (NWM)

So arbeiteten 1994 insgesamt 22 Mitarbeiter in acht ABM und LKZ-Projekten und am Projekt der LFA zur fischereilichen Bonitierung der Binnenseen.

 

1995

Zusätzlich ein neues LKZ-Projekt :

  • Untersuchung derzeit nicht bewirtschafteter Seen
  • Studie „Biologische und fischereiliche Situation in den Küstengewässern des Landes M-V Grenzen und Möglichkeiten ihrer Beeinflussung durch künstliche Riffe“, Auftrag der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern und finanziert aus Mitteln des Fischereiabgabeausschusses des Landes

Die vorgestellten Ergebnisse waren für den Fischereiabgabeausschuss des Landes M-V Grund genug, die in der Studie vorgeschlagenen Experimente in den Jahren 1996 / 97 weiterhin zu fördern.

 

1996

Trotz nachweislich notwendiger Aufgaben fehlten den Arbeitsbehörden die Mittel, was infolge bundesweiter Reduzierungen von ABM auch der Verein zu spüren bekam. Die angestrebte Überleitung von ABM in LKZ- Projekte scheiterte an der notwendigen Ko-finanzierung durch interessierte Auftraggeber.

Neu war das Projekt „Planung und vorbereitende Untersuchungen für die Errichtung künstlicher Riffe“ an den Standorten Lohme und Nienhagen. Damit begannen der Aufbau und die Untersuchung von künstlichen Riffen in der Ostsee.

 

Entscheidende Jahre ab 1997

Projektmanager: Diplombiologe Norbert Schulz, ab 12.03.1998

Nach dem endgültigem Auslaufen der LKZ-Maßnahmen Ende 1997 begann ab 1998 die Phase, in der die notwendigen finanziellen Mittel ausschließlich durch Zuschüsse und Forschungsvereinbarungen sowie durch Teilnahme an Ausschreibungen eingeworben werden mussten. Die Zeit der Förderung der Vorhaben mit nur staatlichen Mitteln der Arbeitsbehörden (ABM, LKZ) war vorbei.

Zwei Ausnahmen waren das LKZ-Projekt, das sich mit den Geburts- und Aufwuchsstätten von Jungfischen in den inneren Küstengewässern befasste (1997-2001) und das GAP-Projekt „Erfolgskontrolle Fischaufstiegshilfen“, Laufzeit 2000 bis 2004.

Wichtige Forschungsprojekte ab 1997 waren:

  • Weiterführung der „Fischereilichen Bonotierung der Binnenseen in Mecklenburg-Vorpommern“ (1998-2000)
  • Tiefenkartenerstellung von 140 ausgewählte Seen des Landes
  • Untersuchung der „Laichschonbezirke in den Küstengewässern des Landes Mecklenburg-Vorpommern“ (1997-1998)
  • „Maßnahmen zur Aufstockung von Ostseeschnäpel- und Meerforellenbeständen in den Küstengewässern von M-V“
  • Entwicklung der Maränenwirtschaft (Ostseeschnäpel und Große Maräne). Stabilisierung der Ostseeschnäpelbestände in den inneren Küstengewässern, wie Darß-Zingster-Boddenkette, Peenestrom/Achterwasser Gebiet und Stettiner Haff sowie Erhaltung der Gr. Maränenbestände in geeigneten Binnengewässern des Landes (ab 2009)
  • Erfassung der Fischartenbestände im Hellbachsystem (2000-2001)
  • Erfassung der Meerforellenbestände in der Wismarbucht und im Salzhaff (2000-2001)
  • Bewertung des Einflusses von Stellnetzen auf die Wanderwege der Meerforelle (2004-2005 und 2009-2010) mittels moderner Markierungsmethoden (DST Logger)
  • Bewertung und Fischartenerfassung in der Fischtreppe Neubukow (2004 – 2006)
  • Errichtung einer Meerforellenstation am Hellbach in Neubukow

 

Ab 2002 Beteiligung am Landesbesatzprogramm, Produktion von Ostseeschnäpeln und Meerforellen:

  • Untersuchungen des Meerforellenbestandes der Wismarbucht und Einsatz automatischer Registriersysteme für wandernde Meerforellen im Hellbach, Tarnewitzer Bach und Peetzer Bach (2011-2013) 
  • Langjährige, bis 2014 andauernde Mitarbeit im Wiederansiedlungsprojekt der Gesellschaft zur Rettung des Störs (GRS) für den Baltischen Störs  Acipenser oxyrinchus

 

Im Zusammenhang mit den künstlichen Riffen in Nienhagen und Rosenort wurden unter Leitung der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern bisher folgende Projekte durchgeführt:

  • „ Planung und vorbereitende Untersuchungen für die Errichtung eines künstlichen Riffs in den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns“ (1996 – 1998)
  • Errichtung und Monitoring des Versuchsriffs in Nienhagen (1998-2001)
  • Untersuchungen zur „Erhöhung der fischereilichen Wertigkeit von Seegebieten vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns durch die Errichtung künstlicher Unterwasserhabitate. Aufbau eines Großriffs im Fischereischutzgebiet Nienhagen“ (2002 – 2008) und kontinuierliche Erweiterung durch die Errrichtung einer neuen Plattform, durch Steinstrukturen und flexible Netze
  • Bau und Monitoring eines zweiten Riffs vor Rosenort im Rahmen des Projektes „Riffe in der Ostsee“ und weitere Forschungen am Riff Nienhagen (2009 –   )
  • Untersuchung der Fangeffizienz alternativer Fanggeräte (Fischfallen) in der Küstenregion des Landes. Bewertung der Auswirkungen dieser Fangmethode auf Seevögel und marine Säuger
  • Schaffung von Grundlagen für die Erstellung eines deutschen Aalmanagementplans (2008-    )
  • Fischereiliche Untersuchungen zur Erstellung eines Umweltverträglichkeitsgutachtens für den geplanten Bau einer festen Verbindung zwischen den Ostseeinseln Fehmarn und Lolland
  • Bearbeitung von Teilaufgaben im Rahmen des Interreg IVB Projektes Baltic Sea Region „Aquafima“- Aquakulturgestütztes Fischereimanagement in der Ostsee (2011-2014)
  • Bearbeitung von Teilaufgaben im Rahmen der einstmals geplanten Errichtung einer Dorschaufzuchtanlage am Standort Rostock-Peetz (2008-2010)

Alle diese Projekte wurden in enger Zusammen mit verschiedenen Ministerien und Forschungseinrichtungen des Landes M-V realisiert, wobei insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg –Vorpommern und seinen nachgeordneten Einrichtungen hervorzuheben ist.

Veränderungen ab 2014

Nach altersbedingtem Ausscheiden des langjährigen Projektmanagers Norbert Schulz wurden neue Leitungsstrukturen geschaffen. Dipl. Biologe Thomas Lorenz übernahm die Funktion des Projektmanagers, der durch seinen Stellverter Dr. Olaf Krüger ünterstützt wird. Seit 01.01.2015 liegt auch die Verwaltung der Finanzen des Vereins in den Händen von Dr. Krüger.

Der Verein gibt zweijährig ein Jahresheft mit ausgewählten Ergebnissen seiner Forschungsarbeit heraus und beteiligt sich im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit an zahlreichen Veranstaltungen, Seminaren und Workshops im In- und Ausland.

Der Verein beschäftigt zurzeit 18 Mitarbeiter

Aktuelle Vorstandsmitglieder:

  • Frau Dipl.-Fischwirtin Margareta Holzlöhner
  • Herr Diplombiologe Dr. Nils Jönsson,
  • Herr Diplombiologe Dr. Wolfgang Jansen,
  • Herr Kapitän Volker Mitschke,
  • Herr Diplomingenieur Dr. Gerd Niedzwiedz

 

Nachrichten

Keine Artikel in dieser Ansicht.


Wichtige Informationen

Keine Artikel in dieser Ansicht.


Wetter

Wettervorhersage für Warnemünde


Letzte Aktualisierung: 20.11.2015 nach oben